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Disposition der Burg


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obrhrad01_mBurg Ossegg (Riesenburg, Rysenburch) gehört zu den interessantesten und am wenigsten umbauten mittelalterlichen Objekten. Sie wurde in Arbeiten verschiedener Orientierungen von einigen Autoren einbezogen. Die bedeutendsten Erkenntnisse über die Burg lieferte A. Sedláček (Sedláček, 1927–37) in seinem Werk, dessen monumentale fünfzehnbündige Übersicht der Geschichte der tschechischen Burgen zur Basis für egal welche weitere Forschung gehört, und D. Menclová (Menclová, 1972) deren Werk bisher in dieser Richtung das letzte große ist. Die Vollendung führte F. Gabriel (Gabriel, 1990) durch Erkundung des historischen Baus, durch.

laube1924_1mAus der Sicht der gleichzeitigen Methode zur komplexen Forschung (Durdík, 1981) wuchs auch die Bedeutung der Burg Ossegg; letzte Studienergebnisse der Entwicklung der tschechischen Burgen des 12. und 13. Jh. (Durdík, 1978) präsentieren diese als sehr interessantes Beispiel eines Grundrisstyps mit Umfangsverbauung und Wohnturm (Turmpalast). Man kann also vermuten, dass die Burg in Zukunft als bedeutendes Objekt für weitere Forschungen sein wird.

Die Steinburg Ossegg, gegründet etwa 2,5km nordwestlich vom Kloster Ossegg am Felsensporn, der das Tal mit eingekehltem Weg in die Stadt Ossegg und Erzgebirge (zwischen den Bergen Špičák und Stropník), spaltet, in zwei schmälere Teile, durch welche die Wege weiter ins Gebirge und zur Grenze führten. Die Wege werden am Anfang von Flüssen, welche den Felsensporn von zwei Seiten umlaufen, verfolgt und verbinden sich im Tal darunter. Der Fluss diente in der Vergangenheit zum Mühlenantrieb und höchstwahrscheinlich wurde er auch im Mittelalter genutzt. Der Felsensporn läuft ins Tal in Richtung Nordwesten – Südosten durch eine ziemlich schmale Formation aus, welche vor Ort des ehemaligen Forsthauses verloren geht, damit er sich etwa nach 45m östlicher wieder mehr als 20m übers umgebende Gelände aufrichten kann, als der höchste Ort des Burgareals. Hier wurde eine der Burgdominanten, der Turmpalast, erbaut. Ort, wo die schmale Formation der Landenge verloren geht, war der Teiler, der die Burg vom umgebenden Gelände trennte.

mapahrad1_mDer nordöstliche Felsenspornhang ist steil geneigt mit zahlreichen Felsblöcken und endet am Fuße direkt am Fluss und Weg. Von da aus steigt er wieder steil zum umgebenden Gebirgskranz. Der südwestliche Hang ist sanfter und übergeht zum Tal, am Felsensporn durch einen Weg und von umgehenden Bergen durch den zweiten Flussabzweig getrennt. Der Felsensporn, örtlich in Form präparierter Felsenblocks, diente zusammen mit dem umgebenden Felsuntergrund als Basisbaumaterial. Diesen bildeten Balkenbände. Gemauerte Burgkonstruktionen ergänzte behauener Sandstein, welcher aus den nächsten Vorkommenslokalitäten hergebracht wurde. Die Sandsteinmuster wurden nicht untersucht, was mit Hinsicht zur den Ossegger Sandsteinen an Berührung mit Gesteinen der Erzgebirgskristalinik interessant wäre. Aus dem Ossegger Sandstein wurde angeblich auch der Brunnen in Brüx (Most) im 16. Jh. behauen. 

Den eigenen Bau bilden drei massive (im Sinne der Fläche) unregelmäßige Wallenovale mit gemeinsamen Quellen im Innenburgraum und in deren Innenumfang erbaute Objekte. Das erste und zweite Wallenoval bilden so im südöstlichen Teil freie Räume, welche man als Vorburg bezeichnen kann, und im nordwestlichen und nordöstlichen Teil bilden diese Zwinger der Innenburg. Ausdruck Zwinger dient nur zur leichteren Beschreibung der durch Walle begrenzte Flächen. Hier handelt es sich im Fortifikationssinne nicht um wahre Zwinger. Der durch den Innenwallumkreis geschlossene Raum (Länge 200m, maximale Breite 70m) ist heute von der Spornlandenge aus etwa 15m durch den Wallanbruch zugänglich (vom größeren Teil durch einen Holzschuppen aus dem 19. Jh. abgedämmt), und ursprüngliches, heute bedeutend zerstörtes Tor im Südosten, am senkenden Spornteil.

Es scheint, dass der Haupteingang in die Burg von der südwestlichen Seite war, wo noch heute ein merklicher Weg am südwestlichen Spornhang hinaufsteigt. Der Weg endet vorm erwähnten Tor am Spornteil, durch den im Felsuntergrund ausgehauenen und teilweise gemauerten Graben, etwa 10m breiten, geschützt. Der Spornfelsenteil führt vom Tor aus in Süden in einer Länge von 45m weiter und endet bei einer fast senkrechten Felsenhangplatte. Knapp vor dieser Platte befindet sich im Gelände eine in L-Form Aussenkung. Höchstwahrscheinlich ist das eine Spur eines Objektes, welches mit der Burg in Zusammenhang war. Dieses klemmte gemeinsam mit dem Tor den Weg mit Vortor und zugleich konnte es mit der Felsenplatte als Kontrolle des restlichen Spornteils dienen – vom Tor aus unübersichtlich – und die Wege darunter. Vom senkrechten Felsenhang aus sinkt das Sporngelände mit einigen Formationen und Brüchen noch etwa 100m.

Der vor dem südöstlichen Tor endende Weg schloss an südwestlichen Verkehrsweg unterhalb des Sporns im Bereich des heutigen Hauses Nr. 21 an. Hierher, vom Außenwallumkreis, läuft ein Felsenblock aus, welcher den westlichen und südwestlichen Spornhang abdämmt. Im Bereich des Hauses Nr. 21, wo der erwähnte Felsenblock endet, befand sich scheinbar das erste Walltor. Diese Vorstellung könnte auch der Fund zweier Sandstein- und Leibungselemente und Bogentorportals, nordwestlich vorm Haus gemacht, unterstützen. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass diese Elemente von der Burg aus während der Steinförderung zum Hausausbau in der Vorburg hergebracht wurden. Das Tor konnte durch einen Wall oder Palisade mit einer Platte am Spornteil, längs des Weges von hieraus steigend, verbunden sein. Heute ist nach dieser Verbindung – nur bis auf ein kleines Wallgebilde – im Gelände keine sichtbare Spur. Das konnte aber auch die an Spornhängen bis zu unlängst betriebene Landwirtschaft verursachen. Ob zur Burg ihren Eingang auch von der Landenge aus hatte (dann ginge es um eine wenig Durchfahrtsdisposition), kann man ohne Aushub nicht

bestimmen.

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Angaben und Wegweiser:

 

Fläche, begrenzt durch den äußeren Wallumkreis (außer Objekt des sgn. Bräuhauses) 8075m2

Länge des äußeren Wallumkreises (einschl. Torbereich, außer Objekt des sgn. Bräuhauses) 455m

Fläche der inneren Vorburg (einschl. Objekte) 1660m2

Fläche der Innenburg (einschl. Objekte) 1030m2

Unbebaute Fläche der Innenburg (Burghoffläche) 475m2

Verbaute Fläche durch den Turmpalast 92,8m2

Verbaute Fläche durch den Innenburgwestpalast 165,6m2

Verbaute Fläche durch den südwestlichen Turm der Innenburg – 77,4m2

Verbaute Fläche durch die Kapelle (ungefähr) – 130,0m2

 

 

Zdroj: ing. Ivan Lehký, Hrad Osek

 
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